Ingenieurbüro Kloos

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Statik ohne Bestandsunterlagen? 🏗️

 

Regelmäßig bekommen wir in unserem Büro Anfragen, um nachträgliche statische Bewertung von Bestandsbauwerken anzufertigen, meist für bestehende Brücken. Ein Problem sind dabei häufig das Fehlen von Unterlagen und damit Informationen über die vorhandenen Baustoffe, die Voraussetzung für eine statische Berechnung sind.

Anhand einer Stahlbetonbrücke, die wir nachträglich statisch untersucht haben, möchten wir einen Einblick in unsere Vorgehensweise geben.

 

📏 Im ersten Schritt haben wir die Querschnitte am Bauwerk verifiziert. Als einzige Grundlage der Brücken waren Bauwerksskizzen mit Lageplan und Querschnitt vorhanden. Diese stellten sich nach einem örtlichen Aufmaß als weitestgehend korrekt heraus. Fehlen Unterlagen vollständig, erstellen wir auch nachträglich Pläne von Objekten. Damit waren die Abmessungen der Bauteile geklärt.

 

🔬 Im nächsten Schritt erfolgte die Ermittlung der Materialkennwerte. Da Stahlbeton ein Verbundwerkstoff aus Beton und Bewehrungsstahl ist, mussten beide Werkstoffkomponenten untersucht werden.

Zur Bestimmung der Betoneigenschaften wurden Bohrkerne entnommen und auf Druckfestigkeit geprüft. Auf dieser Grundlage konnte die Druckfestigkeitsklasse rechnerisch bestimmt werden.

Die Untersuchung der Bewehrung war deutlich aufwendiger. Über gezielte Öffnungsstellen wurde der Stahl freigelegt, dokumentiert und anschließend wieder fachgerecht verschlossen. Anhand des Baujahrs, der Rippengeometrie sowie der gemessenen Durchmesser und Achsabstände konnte die vorhandene Bewehrung bestimmt werden.

 

📊 Durch diese Vorgehensweise konnten alle relevanten Daten zu Materialien und Querschnitten des Bauwerks ermittelt werden. Anschließend wurde die nachträgliche statische Berechnung durchgeführt und dem Auftraggeber die vorhandene Brückenklasse als Ergebnis ermittelt.

 

Unser Auftraggeber konnte durch die Einstufung der Tragfähigkeit das Bauwerk entsprechend beschildern.